"Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt/schwankt sein Charakterbild in der Geschichte": So heißt es im Prolog Schillers zu seinem "Wallenstein". Albrecht von Wallenstein (Valdštejn) gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten der europäischen Geschichte. Im Dreißigjährigen Krieg war der böhmische Edelmann zum mächtigen Befehlshaber der kaiserlichen Truppen aufgestiegen, bevor er 1634 – des Verrats bezichtigt – in Cheb/Eger ermordet wurde. Zunächst im Kartäuserkloster Valdice/Walditz bestattet, gelangten 1785 seine sterblichen Überreste nach Mnichovo Hradištĕ/Münchengrätz in Nordböhmen.
In der Kapelle zur Heiligen Anna, findet man das Grabmal, 1934 aus rotem Marmor und einer Bronzeplastik gestaltet. 1975 ist die Gruft nochmals geöffnet worden, um der gemutmaßten Erkrankung (Syphilis) des berühmten Feldherrn durch die wissenschaftliche Untersuchung seiner Gebeine auf die Spur zu kommen. Die Kapelle, in der auch zahlreiche barocke Sandsteinskulturen zu sehen sind (Lapidarium), gehört zu einem sehenswerten Schloss- und Klosterareal. Von 1621 bis 1945 war es im Besitz der Familie Wallenstein (Valdštejn). Im dreiflügeligen Barockschloss, aus einem Renaissancebau hervorgegangen, wurde Geschichte geschrieben: 1833 fand mit der "Konferenz von Münchengrätz" das letzte Treffen der Heiligen Allianz statt – mit Kaiser Franz I. von Österreich, Zar Nikolaus I. von Russland und dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm. Im Schloss bestechen heute die wertvollen Sammlungen und das klassizistische Schlosstheater mit erhalten gebliebenen Dekorationen, Kostümen und Requisiten.
Öffnungszeiten: |
Schloss und St. Anna-Kapelle Mai bis September Oktober April und Oktober |
Führungen: |
Geführte Besichtigungsrundgänge: kostenpflichtig |
Faltblatt „Kapelle der Heiligen Anna in Mnichovo Hradištĕ/Münchengrätz”
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