Die Kirche Wang, die im 12. Jahrhundert am Wangsee in Norwegen erbaut wurde, steht heute in Karpacz/Krummhübel im polnischen Riesengebirge. Ein Wunder? Nein, das Ergebnis der Rettung dieses wertvollen Denkmals der Wikinger-Architektur. Angeregt durch einen norwegischen Maler, wurde das für den Abriss bestimmte Gotteshaus von König Friedrich Wilhelm IV. erworben. Demontiert und in Kisten verpackt, reiste die Holzkirche 1841/42 per Schiff und Pferdewagen über Stettin und Berlin nach Schlesien, damals preußische Provinz. Am Fuße der Schneekoppe (1.602 m) wurde sie als Geschenk an die Evangelischen originalgetreu wiedererrichtet und 1844 im Beisein des Königs eingeweiht. Auch ein separater steinerner Glockenturm entstand, der die Gottesbotschaft in den Bergen verkünden soll.
200.000 Besucher bewundern jährlich die Architektur und Ausstattung des nordischen Kunstwerks. Die senkrechten Stäbe der Kirchenwand aus stark harzhaltigem Kiefernholz haben ihr den Namen gegeben: Stabkirche. Nur 30 Kirchen dieser Bauweise sind erhalten geblieben, die Kirche Wang dabei als einzige außerhalb Norwegens. Zähne fletschende Löwen, aufgerissene Drachenmäuler, Wikingergesichter mit gespaltenen Zungen – die Portale, Türen, Säulen und weitere Konstruktionsteile sind mit kunstvollen Wikingerschnitzereien verziert. Das aus einem Eichenholzstück gearbeitete Kreuz von 1844 und das Taufbecken im niederschlesische Barock wiederum gehören zu neueren künstlerischen Elementen. Wer sich viel Zeit für die Entdeckung der Details nehmen will, der kann auf Wunsch im benachbarten Pfarrhaus übernachten.
Öffnungszeiten: |
Montag bis Samstag 09.00 Uhr - 18.00 Uhr Montag bis Samstag 09.00 Uhr - 17.00 Uhr |
Eintritt: |
kostenpflichtig |
Gottesdienste: |
Sonntag und Feiertag 10.00 Uhr |
Tonbandvorträge: |
Viertelstündlich in Deutsch, Tschechisch, Polnisch, Norwegisch, Französisch und Russisch (Textinformationen in Spanisch) |