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Ostern in der Oberlausitz – jutry we Łužicy

Bräuche und Traditionen zum Osterfest

Osterblasen und Ostersingen

Ein in einigen Orten und Gemeinden der Oberlausitz noch immer lebendiger Brauch ist das Osterblasen am Ostersonntag. Zur Begrüßung des Festes ziehen Posaunenchöre und gemischte Bläsergruppen früh am Morgen durch die Dörfer. In Bautzen hat das Osterblasen ebenfalls eine sehr lange Tradition. 1927 wurde von Pfarrer Große das Osterblasen am Karsamstag ins Leben gerufen. Noch heute kommen bei günstiger Witterung um 18 Uhr bis zu zweitausend Besucher zum Protschenbergfriedhof, um die Auferstehungsbotschaft der Choräle und Frühlingslieder zu hören.

Ebenso wird in manchen ländlichen Gegenden noch das Ostersingen gepflegt. Kleine Gruppen, meistens Frauen, ziehen singend durch den Ort, um die frohe Botschaft der Auferstehung zu verkünden. Die Liedauswahl ist vielfältig und reicht vom geistlichen Lied bis hin zu Volksliedern.

Quelle: Lausitzer Druck- und Verlagshaus GmbH

Osternacht

Ostern ist das höchste Fest der Christenheit. Es wird am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr begangen. In vielen Gemeinden treffen sich die Gläubigen zur Feier der Eucharistie in der Osternacht. Was ist das Besondere dieses Gottesdienstes?

Zum Gottesdienst in der Osternacht läuten keine Glocken. Die Gemeinde versammelt sich schweigend im Dunkeln vor der Kirche. Alle stehen noch unter dem Eindruck von Karfreitag, dem Todestag Jesu. Die Feier ist zunächst als Nachtwache gestaltet. Sie beginnt mit dem Anstecken und Segnen des Osterfeuers. Daran wird anschließend die große Osterkerze, die in der Kirche aufgestellt wird, entzündet. Sie trägt die Buchstaben Alpha und Omega, die ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabetes. Neben der Jahreszahl werden noch fünf mit rotem Wachs überzogene Nägel in die Kerze gesteckt. Sie symbolisieren die fünf Wunden an den Händen, den Füßen und dem durch die Lanze durchstoßenen Herz. Die Ministranten, der Priester und die Gemeinde ziehen dann mit der Osterkerze in die dunkle Kirche ein. Drei Mal singt der Priester: „Lumen Christi“ und die Gemeinde antwortet: „Deo gratias“. Dies heißt: „Christus, das Licht“, „Dank sei Gott“. Währenddessen wird das Licht der Osterkerze weitergegeben an alle Gläubigen, die ihre eigenen Kerzen anzünden. Am Altar angekommen, wird die Osterkerze im Altarraum aufgestellt. Im Glanz der Lichter singt der Diakon oder der Kantor der Gemeinde das Exsultet, den Lobgesang auf die Osternacht: „Frohlocket, ihr Chöre der Engel …“. Im Exsultet wird Christus als das Licht der Welt gepriesen und seine Auferstehung in Verbindung gebracht zum göttlichen Heilsplan, der im Alten Testament den Menschen offenbart worden ist. Das Taufwasser wird ebenfalls von einem Priester mit einem Segensgebet und mit dem Einsenken der Osterkerze erneuert. Mit diesem Taufwasser, welches in der Osternacht geweiht wird, werden das ganze Jahr Taufen vorgenommen.

Quelle: Lausitzer Druck- und Verlagshaus GmbH

Das Verzieren von Ostereiern

Debjenje jutrownych jejkow – Mólowanje jatšownych jajow

Osterei verziert in Bossiertechnik

Osterei verziert in Bossiertechnik (Foto: J.-M.Bierke)

In vielen Familien der Lausitz werden traditionell am Karfreitag oder Karsamstag Eier bemalt. Mehrere Generationen sitzen tagsüber beisammen, um Dutzende Eier für das bevorstehende Fest zu verzieren. Schon mit fünf, sechs Jahren eignen sich die Jüngsten erste Fertigkeiten an. Beliebte Muster und Erfahrungen werden so innerhalb der Familie weitergegeben. Die Freude am Gestalten und die Anerkennung, wenn ein Ei besonders gelungen ist sowie das stundenlange Zusammensein machen den Familienbrauch aus. In der mittleren Lausitz gibt es Familien, die diese Tradition seit vielen Generationen beibehalten. Was für eine Pracht, wenn dann am Abend sechzig oder siebzig bunt gefärbte und reich verzierte Eier, abgerieben mit etwas Speckschwarte, dem Osterfest entgegenstrahlen.

Quelle: „Osterbräuche in der Lausitz“ von Gisela Bruk © Domowina-Verlag GmbH
Ludowe nakładnistwo Domowina • Bautzen 2010

Osterwasser holen

Osterbrauch – Osterwasser holenEin sehr schöner aber leider selten gewordener Osterbrauch ist das Osterwasserholen. In der Osternacht zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang wandern Mädchen und Frauen mit Tonkrügen zu einer Quelle oder einem Bach, um dort Wasser zu schöpfen. Dem Wasser werden heilende Kräfte zugesprochen, es soll Gesundheit, Schönheit und Jugend bewahren und ein Jahr lang alle Krankheiten heilen. Jedoch darf beim Wasserholen nicht gesprochen werden, weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg, sonst verliert es seine Zauberkraft und wird zu „Plapperwasser“.

Foto: Patrick Pleul

Quelle: Lausitzer Druck- und Verlagshaus GmbH

Osterreiten

Jedes Jahr ziehen am Ostersonntag Reiterprozessionen singend von Ort zu Ort, um die frohe Botschaft der Auferstehung zu verkünden. Der Ursprung dieses Brauches reicht weit zurück. Die heidnischen Vorfahren glaubten, durch Feldumritte einen Schutzwall gegen Böses und Dämonen zu errichten und die junge Saat zu segnen, damit aus ihr eine reiche Ernte erwächst.

Die Osterreiter, festlich gekleidet mit schwarzem Gehrock, Zylinder und weißen Handschuhen, und ihre mit bunt bestickten Schleifen und aufwendig geflochtenen Zöpfen herausgeputzten Rösser sind immer wieder ein beeindruckender Anblick, der die jährlich so zahlreichen Zuschauer immer wieder fesselt.

Osterreiter auf dem Crostwitzer Friedhof

Osterreiter auf dem Crostwitzer Friedhof

Bevor die Pferde am Ostersonntag gesattelt und geschmückt werden, treffen sich die Osterreiter zum gemeinsamen Gottesdienst. Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, rufen die Kirchenglocken alle Reiter der umliegenden Dörfer zusammen. Diese stellen sich in gewohnter Reihenfolge als Paare auf und beginnen ihren Zug in die Nachbargemeinde. Dabei tragen die Reiter Kirchenfahnen, das Kreuz und die Statue des auferstandenen Christus, singen Lieder und beten. Jeweils zwei Gemeinden besuchen sich gegenseitig. Sie reiten zur gleichen Zeit, dürfen sich aber nicht begegnen. Somit ist der Hinweg der einen Prozession der Rückweg der anderen.

Mit Ausnahme des Saatumritts in Ostritz ist das Osterreiten nur noch bei den katholischen Sorben lebendig und wird von ihnen in Ehren gehalten.

Quelle: Lausitzer Druck- und Verlagshaus GmbH

Osterschießen

In einigen Regionen der Oberlausitz wird mit viel Krach und Krawall der Winter verabschiedet und die Auferstehung Christi verkündet. Das Osterschießen findet in der Nacht von Samstag zu Ostersonntag statt. Geschossen wird mit einer selbst gebauten „Karbidkanone“, einer Milchkanne aus Blech mit einem Kunststoffdeckel und einem kleinen Loch im Boden. In diese gibt man ein Stück Karbid und etwas Wasser, wodurch Acetylen, ein hochbrennbares Gas, entsteht. Nach einer gewissen Wartezeit wird dieses Gas durch das kleine Loch am Kannenboden gezündet. Durch die Explosion wird der Deckel mit einem lauten Knall einige Meter weit weggesprengt.

Quelle: Lausitzer Druck- und Verlagshaus GmbH

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