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Die Spur der Steine

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Die Spur der Steine

Die Spur der Steine

Alte Grube Babina © head office

Die Schönheit der Lausitz liegt nicht nur über, sondern auch unter der Erde – das wird klar, wenn man mit Nancy Sauer spricht. Auf jeden Fall hat das was unter der Erde geschieht, Einfluss auf Aussehen und Gestalt über der Erde. Die Geologin ist Direktorin des UNESCO-Global Geoparks Muskauer Faltenbogen/Łuk Mużakowa. „Diese durch die Eiszeit geschaffene Muränenlandschaft des Muskauer Faltenbogens, durch Jahrhunderte gestaltet von Menschenhand und durch den Bergbau geprägt, fasziniert mich immer noch von Neuem“, so die Geologin. „An die 400 buntfarbige Seen, die kräftig blau oder türkis leuchtend wie kleine Edelsteine in der Landschaft liegen, sind entstanden, als die Menschen nach Ausbeute der Tagebaulöcher die Natur sich selbst überließen.“ Doch Nancy Sauer wäre nicht Geologin geworden, wenn nicht ihr Blick immer auch noch etwas tiefer gehen würde und so beschreibt sie eine besondere Faszination eines ihrer Lieblingsorte, der malerischen Berg‘schen Kirchruine, die Laienaugen wohl verborgen bleiben würde: „Die Kirche wurde aus Feldsteinen gebaut – aus Findlingen, die in der Eiszeit durch gewaltige Gletscher vom Norden hierher verschoben wurden und so liest sich die Kirchruine für mich als Geologin wie ein Bilderbuch der Erdgeschichte Skandinaviens.“ Sie kann genau sagen, welcher Stein der Kirche aus Schweden, welcher aus Dänemark oder vom Grund der Ostsee stammt.

Die Lausitz mit ihrer bewegten Geschichte ist für Nancy Sauer wie ein Wanderer zwischen den Welten. Sie gehörte mal zu Böhmen, mal zu Preußen, mal zu Schlesien, mal zu Österreich und heute erlebt die Lausitz ihr Ende als Bergbauregion und muss sich Neuem zuwenden. „Mich elektrisiert das. Dieser Wandel, in dem wir mittendrin stecken. Die Lausitz ist für mich wie ein riesiges Zukunftslabor, ein Versuchsfeld, wie die Zukunft aussehen könnte – und zwar nicht nur hier!“. Gut, dass in der Lausitz Menschen wohnen – und zuziehen – , die die Chance, die im Wandel liegt, sehen und  ergreifen.

Für neue Besucherinnen und Besucher der Lausitz hat Nancy Sauer zwei Tipps: „Unbedingt muss man ins Welterbe Fürst-Pückler Park in Bad Muskau! Es ist landschaftlich wunderschön, am besten ist es aber ganz in der Früh, wenn der Nebel noch über den Feldern hängt, dann ist die Stimmung einzigartig. Und natürlich sollte man sich auch Zeit nehmen für das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft – dort findet man diese Stille und Weite, die einen unglaublich erden.“

Nancy Sauer im Interview

Drei Orte die man in der Lausitz gesehen haben muss:

  • Den Fürst Pückler Park im Morgengrauen
  • Die gelben Lehmziegelhäuser. Die gibt es nur im Faltenbogen, weil nur hier der Flaschenton abgebaut wurde.
  • Die Ruhe der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Was ist für Sie das Große Erbe der Lausitz?

Auf den ersten Blick ist es wohl die Braunkohle. Aber auf den zweiten, viel wichtigeren Blick ist es die aus dem steten Wandel entstandenen Vielfalt, die oft sehr gegensätzlich ist. Landschaften wurden von Menschenhand neu geformt. Mal künstlerisch, wie im Muskauer Park, mal ausbeuterisch, wie im Faltenbogen. Das Land gehörte mal zu Böhmen, mal zu Preußen, mal zu Schlesien, mal zu Österreich. Und heute erlebt die Lausitz ihr Ende als Bergbauregion und muss sich Neuem zuwenden. Das Erbe des steten Wandels macht die Lausitz für mich aus. 

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

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Mit partnerschaftlicher Unterstützung der Landkreise Bautzen und Görlitz sowie regionalen Sparkassen.